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Sein Gesicht ist nass vom Regen und seine dunklen Haare kleben auf seinen Wangen. Er sieht unglaublich aus. Keine klassische Schönheit. Eher düster, verrucht und geheimnisvoll. Seine dunklen Augen glühen. Der Sturm peitscht den strömenden Regen in alle Richtungen und ich fröstele leicht. Er starrt mich an. Sein Blick lässt keinen Augenblick von mir ab, als könne etwas geschehen. Prüfend und irgendwie liebevoll. Das passt beinahe nicht in sein Gesicht, doch irgendwie macht es ihn noch viel attraktiver für mich. Unter seinem intensiven Blick werde ich so nervös, dass mir schlecht wird, doch ich versuche es mir nicht anmerken zu lassen. Er sieht es - das sehe ich in seinen Augen. Doch er schweigt. Er steht nur da und schweigt, während der Regen auf das Dach der Bushaltestelle trommelt, als wolle er hinein. Ich lache darüber, um meine Angst zu überspielen, doch er bleibt stumm, sieht mich prüfend an. Er steht da so ruhig und bewegungslos, als wäre er nicht echt, doch das leichte Heben und Senken seiner Brust zeigt mir, dass er lebendig ist und es ist erleichternd, dass er sich überhaupt bewegt, weil ich selbst Angst habe auch nur zu atmen, so elektrisiert kommt mir die Luft zwischen uns vor. "Das Meer ist unglaublich bei Sturm!" Es ist beinahe nur ein Murmeln, doch es ist gleichzeitig ein Wink mit dem Zaunpfahl. Ich kann das Meer selbst hier schmecken. Noch ehe ich nicken kann, zieht er mich hinaus in den Regen, der uns erbarmungslos begrüßt. Er hat nicht übertrieben. Der Himmel ist grau, beinahe schwarz und ich kann nicht erkennen wo er aufhört und das Meer beginnt. Die dunklen Wolken spiegeln sich auf dem Wasser. Große Wellen werden an den Strand gepeitscht, lecken an der Küste und ziehen sich zurück, um neuen Wellen Platz zu machen. Die Gischt peitscht in mein Gesicht und der Wind weht meine Haare auf. Der salzige Geschmack des Meeres liegt mir auf der Zunge, fast noch intesiver als sonst und das Rauschen der Wellen ist ohrenbetäubend. Er hält meine Hand und es wundert mich, dass er an einem einzigen Abend so viel von sich preisgibt, wie noch nie seit ich ihn kenne. Ich spüre, dass er mich näher an sich heranzieht, als könnten die Wellen mich mit sich ins Meer nehmen. Dann küsst er mich.
22.6.10 22:09
 


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